Sängerehrenmal in Melkendorf
Sängerehrenmal in Melkendorf

Das Sängerehrenmal in Melkendorf
Geschichte des Ehrenmals

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wollten die Sänger des Melkendorfer Männerchores, unter ihnen vor allem August Dorscht, Vater des heutigen Betreuers Geo Dorscht, ihrem Chorleiter Franz Seuling auf dem „Hohen Hahn“, so die Flur­be­zeichnung, ein Wochenendhäuschen errichten. Doch Seuling lehnte dieses Ansinnen ab - wohl noch unter den noch frischen Eindrücken der Schrecknisse des Krieges, der Millionen von ebenso qualvoll wie sinnlos hingemetzelten Menschen - und schlug im Gegenzug vor, an diesem Ort ein Sängerehrenmal für alle verstorbenen Sänger der beiden Weltkriege zu errichten.

Es gelang ihm rasch, seine Sänger, ja die ganze Dorfgemeinschaft, für seine Idee zu gewinnen. Es wurden Tonnen von Steinen im Steinbruch gebrochen, von Hand zugehauen, sodann mit allen sonst benötigten Baustoffen mit Pferde- und Kuh­gespannen mühsam auf den Berg transportiert. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 8. März 1953 statt. Nach etwa 6000 freiwillig und ohne Entgelt geleisteten Arbeitsstunden war das Werk nach Seulings Entwürfen und Plänen in Schwerstarbeit vollendet und konnte am 26. Juli 1953 feierlich eingeweiht werden.



Die Bedeutung des Ehrenmals 
„Mortui vivimus - Im Tode leben wir weiter“ ist die eigentliche Botschaft dieser weltweit wohl einmaligen Gedenkstätte, die längst zur Wallfahrtsstätte für die Sänger des FSB (Fränkischer Sängerbund) geworden ist. Zehntausende sind im Verlauf der ver­gangenen fünf Jahrzehnte hierher gepilgert. So wurde das Ehrenmal zu einem Ort der Einkehr und gewiss auch wehmütigen Erinnerung an unsere verstorbenen Sänger, zu einem Ort der stillen Zwiesprache mit unseren Toten. Unsere Verstorbenen haben mit uns die Liebe zur Musik und zum Gesang geteilt, haben mit und neben uns viele schöne Stunden im Chor verbracht. Unsere Toten leben in und durch uns weiter! „Mortui vivimus“!